Einfuhr illegaler Potenzmittel

An der Schweizer Grenze sind letztes Jahr 1060 Sendungen mit gefälschten Potenzpillen und anderen illegalen Arzneimitteln sichergestellt worden. Auch wenn die Qualität von Online Apotheken deutlich besser geworden ist, müsse man noch einmal vor den Gefahren solcher Substanzen warnen.

Nach zwei Jahren mit rückläufigen Zahlen haben die illegalen Medikamentenimporte wieder leicht zugenommen, wie die die Schweizer Heilmittelbehörde Swissmedic Mitte Februar mitteilte. 2016 waren 1028 Sendungen beschlagnahmt worden, ein Sechstel weniger als 2014.

Erektionsfördererwie Cialis oder Viagra machen nach wie vor über die Hälfte (59 Prozent) der illegalen Importe aus. Darauf folgen Schlankmacher und Medikamente mit Abhängigkeitspotential wie Psychopharmaka, Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie andere medizinisch wichtige Präparate.

Mit einem Anteil von rund 45 Prozent stammten auch 2017 die meisten illegalen Sendungen aus Indien. Auch Singapur und Deutschland gehörten zu den wichtigsten Absender-Standorten. Besonders zugenommen haben Lieferungen aus Osteuropa, insbesondere solche aus Polen (+40 Prozent).

Zu den beschlagnahmten Produkten gehören viele medizinisch wichtige, verschärft rezeptpflichtige Medikamente, darunter Antibiotika, das starke Schmerzmittel Tramadol oder Präparate gegen Akne. Swissmedic bezeichnet die eigenmächtige Einfuhr solcher rezeptpflichtiger Arzneimittel als "gesundheitlich äusserst bedenklich".

Potenzmittel aus dem Internet

Die vom Schweizer Zoll beschlagnahmten Pakete stellen nur einen Bruchteil der gesetzwidrig eingeführten Heilmittel dar. Die Schweizer Behörde geht davon aus, dass von geschätzten 40.000 Sendungen pro Jahr etwa die Hälfte illegal in die Schweiz kommt.

Medikamentenimporte sind gesetzlich erlaubt. (Mehr zum Thema Viagra kaufen in Großbritannien) Eine Privatperson darf für sich Produkte in der Grössenordnung eines Monatsbedarfs einführen. Die Behörden warnen aber vor Internetshops, die oft für "Originalpräparate zu günstigen Preisen" werben, aber nicht selten von kriminellen Organisationen kontrolliert werden.

Geliefert würden Arzneimittel mit schweren Qualitätsmängeln, gefälschte Arzneimittel, die zu hoch oder zu niedrig dosierte, falsche, nicht deklarierte oder gar keine Wirkstoffe enthielten, schreibt Swissmedic.

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